Verschiedenes

Dat kötsche Jrundjesetz

Es regelt seit Agrippina das Leben,
macht es schwerelos und wäre überhaupt eine Anregung für alle Völker der Erde:

 

  • §1 Sieh den Tatsachen ins Auge:
    Et es wie et es.
  • §2 Habe keine Angst vor der Zukunft:
    Et kütt wie et kütt.
  • §3 Lerne aus der Vergangenheit:
    Et hätt noch immer jot jejange.
  • §4 Jammere den Dingen nicht nach:
    Wat fott es es fott.
  • §5 Sei offen für Neuerungen:
    Et bliev nix wie et wor.
  • §6 Seid kritisch, wenn Neuerungen überhand nehmen:
    Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.
  • §7 Füge dich in dein Schicksal:
    Wat wellste maache?
  • §8 Achte auf deine Gesundheit:
    Mach et jot ävver nit ze off.
  • §9 Stelle immer erst die Universalfrage:
    Wat soll der Quatsch?
  • §10 Komme dem Gebot der Gastfreundschaft nach:
    Drinkste eine met?
  • §11 Bewahre dir eine gesunde Einstellung zum Humor:
    Do laachste dich kapott

Die Narrenkappe

Im Mittelalter hatten die Narren entsprechend ihrem Stand eine spezielle Kleidung, die : in einigen Merkmalen von Tieren abgeleitet wurde. Der gezackte Hüftrock mit den Schellen erinnerte an den Gockelhahn als Symbol närrischer Wachsamkeit. Die Narrenkappe mit den beiden großen Eselsohren war als Zeichen närrischer Hellhörigkeit zu verstehen. Mit Beginn des vereinsmäßigen Karnevals im Rheinland im 19. Jahrhundert, war ursprünglich lediglich die Kappe das Kennzeichen für eine Mitgliedschaft in einer Karnevalsgesellschaft. Sie war ein Zeichen für Gemeinsamkeit und Gleichheit.

Die heutige "klassische" Narrenkappe des rheinischen Karnevals hat die stilisierte Form eines Schiffes. Die an den Kappenzipfel angebrachten Schellen sind den höfischen Kleidersitten des Mittelalters nachempfunden. Man trug diese Schellen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Warum ist die ,,11" eine Jeckenzahl?

Die Zahl 11 hat ihren Ursprung in der christlichen Lehre der katholischen Kirche: 11 wird als Sinnbild der Sünde verstanden, denn sie überschreitet die Zehnerzahl und somit die 10 Gebote Gottes.
Nach dem Matthäus-Evangelium wurden "um die elfte Stunde die Müßiggänger in den Weinberg geschickt". Die 11. Stunde wird als die letzte Stunde vor der Umkehr am Aschermittwoch und dem Weltgericht gedeutet. Darstellungen auf Gemälden alter Meister zeigen die Narren oft in Verbindung mit der Zahl 11.

Die Karnevalsgesellschaften haben diese alten Überlieferungen aufgegriffen und die Zahl 11 als die Glückszahl der Jecken festgelegt. So gibt es bei Karnevalssitzungen den Elferrat. In unserer Zeit ist eine der wesentlichen Aufgaben des Elferrates die Organisation der Karnevalsaktivitäten der Gesellschaft. Er berät und unterstützt die für Veranstaltungen verantwortlichen Organe der Karnevalsgesellschaft und beschließt die zur Realisierung gelangenden Aktivitäten.

Karnevalsorden

Traditionell tragen die meisten Karnevalsgesellschaften uniformartige Kleidung. Dies erinnert oft an die französischen Besatzungstruppen im Rheinland bzw. an das Militär. Den Karnevalsprinzen als närrischen Regenten wurde meist eine uniformierte Garde zur Seite gestellt. Die Dekoration mit einer Unzahl an Karnevalsorden sollte ursprünglich die Geltungssucht mancher Persönlichkeit des öffentlichen Lebens persiflieren.

Im Laufe der Zeit wandelte sich jedoch die Bedeutung der Karnevalsorden vom Juxartikel zum Erinnerungs-, Dankes- und Ehrenzeichen sowie Vereinsabzeichen in Form eines Gesellschafts- oder Jahresordens.

Wie die Karnevalssession berechnet wird

Die Karnevalszeit hat traditionell feste Bezugspunkte. Die Eröffnung der Session zum närrischen Termin am 11.11. um 11.11 Uhr ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Der Tag gibt einen ersten Ausblick: Dreigestirn oder Prinzenpaar sowie das Motto werden vorgestellt. Das Brauchtum des Karnevals hat sehr oft einen christlichen Bezug, der hier auch genannt werden soll. j Der eigentliche Karneval im Rheinland, und zwar zuerst der Sitzungskarneval, beginnen mit dem Dreikönigstag, dem 6. Januar.

Fastnacht, Fasching oder Karneval sind seit dem 12. Jahrhundert auf die Zeit zwischen Dreikönig und Aschermittwoch eingegrenzt. Warum? Weil die närrische Zeit in der Fastnacht - also in der Nacht vor dem Fastenbeginn - am Aschermittwoch endet. Der Termin des Aschermittwochs ist kein fester Tag, sondern ein "beweglicher", variabler Termin. Er errechnet sich von Ostern her.

Im christlichen Festkalender geht die österliche Fastenzeit dem Osterfest voran. Ostern ist deshalb ein beweglicher Festtermin. In Folge ist die Fastenzeit auch "beweglich". Seitens der Kirche ist die Länge der Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte festgelegt (s. a. Mt. 3,2, Mk. 1,13 und Lk 4,1-4).

Seitdem die Sonntage in der Fastenzeit vom Fasten ausgenommen wurden, rückte der Beginn der Fastenzeit um sechs Wochentage vor. Die Fastnacht endet seitdem am Dienstag nach dem 7. Sonntag vor Ostern dem Veilchendienstag und die Fastenzeit beginnt mit dem folgenden Mittwoch, dem Aschermittwoch.

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